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Holunder

    Der Holunder (Sambucus nigra) duftet herrlich und überzeugt durch vielfältige Wirkungen von Blüten und Beeren.

    Allgemeines & Trivia

    Vorm Holunder soll man den Hut ziehen – heißt es. Denn der holde Strauch verbirgt einige Heilwirkungen in sich und wurde in der Antike als Universalmedizin geschätzt (s. Wirkungen).

    Die Germanen setzten den Holunder mit ihrer Göttin Holla in Verbindung, die als Frau Holle einen prominenten Platz in der Märchenwelt innehält. Ein Hollerstrauch soll das Haus und alle seine Bewohner:innen schützen und wurde deshalb in Bauerngärten und Gehöften angepflanzt. Ob es stimmt oder nicht – ein Holunderbusch im Garten lohnt sich allemal!

    Merkmale des Holunders

    Der mehrjährige Strauch oder Baum wird bis zu 3-8 m hoch und wächst am liebsten in Laubwäldern, Lichtungen und in der Nähe von menschlichen Siedlungen. Er ist anspruchslos, robust, schädlingsresistent und gedeiht auf bis zu 1500 Meter Seehöhe – und wird dabei 100 Jahre und älter.

    Die Blüte des Holunders fällt meist Ende Mai/Anfang Juni und markiert den phänologischen Frühsommer, während die vitaminreichen schwarzen Beeren im Frühherbst (Ende August/Anfang September) ausreifen. Die weißen, wohlriechenden Blüten sitzen in sogenannten Schirmrispen, die umgangssprachlich inkorrekterweise oft als „Dolden“ bezeichnet werden. Die Stängel sind mit weißem schaumstoffartigem und luftigem Mark gefüllt, das sich leicht auskratzen lässt.

    Holleressig selbst ansetzen

    Wirkungen & Anwendung

    Wer Holunderblüten nur vom Sirup her kennt, wird wohl von den vielseitigen Wirkungen überrascht sein:

    • Wirksam bei Erkältungskrankheiten: Holunderblüten wirken schweißtreibend und verschaffen Linderung bei verschleimtem Husten, Fieber und Atemwegserkrankungen.
    • Unterstützung der Abwehrkräfte: Entzündungshemmende Inhaltsstoffe (Flavonoide) unterstützen die Abwehrkräfte und ist somit hervorragend zur begleitenden und vorbeugenden Anwendung geeignet.
    • Harntreibende Wirkung: Die Blüten wirken leicht harntreibend und eignen sich somit zur sanften Durchspülung und „Reinigung“ von Blutgefäßen.

    Holunderblütentee

    Für einen Holunderblütentee werden die Blütenstände abgeschnitten und kopfüber auf einem sauberen Tuch getrocknet. Dabei die groben Teile des Stängels entfernen. Sollten sich noch Insekten auf den Blüten befinden, diese am besten draußen beidseitig mit einem Geschirrtuch bedecken, sodass die Sechsbeiner ihren Weg ans Licht finden. Die getrockneten Blüten sowie den Blütenstaub in einem Gefäß lichtgeschützt verwahren. Für eine Teetasse werden 2 TL Holunderblüten mit 300 ml kochendem Wasser (100 °C) übergossen und 5 bis 10 Minuten ziehen gelassen. Ein stärkerer Aufguss eignet sich auch zur Inhalation.

    Rezepte mit Holunder

    Quellen:
    Erfahrung & Wissen basierend auf meiner Diplomausbildung,

    Bühring, U. (2020). Alles über Heilpflanzen. Erkennen, anwenden und gesund bleiben (5. Auflage). Stuttgart: Ulmer Eugen Verlag.*,
    Ritter, C. (2019). Heimische Nahrungspflanzen als Heilmittel. Hamburg: Nikol Verlag*

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